UL „Sommertour“ 2016

Der Termin für unsere diesjährige Tour 2016 stand lange fest.

Start sollte der Freitag, 17. Juni sein und wir haben bis zum Sonntag, 26. Juni geplant.

Wir, das sind Jochen Kempkens aus Kerken, TL 96, Herbert Ulland aus Kamp Lintfort, Eurofox, und Guido Lachmann, Kamp Lintfort, TL 96.

Der Plan war, bei einem stabilen Sommerhoch, eine Tour rund um die Ostsee zu unternehmen, oder eben ab in den Süden, wo man meist schöneres Wetter antrifft.

Unser Start war dann erst am Sonntag, 19. Juni, bedingt durch den deutschen „Sommer“ 2016!

Chronik – Dropbox-Fotos

Früh morgens starteten dann zwei UL, eine TL – 96 Sting, D – MLFA und ein Eurofox 3K, D – MHON, aus Kamp Lintfort, EDLC, Richtung Kerken, in einem 7 Min Hüpfer, um dort den dritten im Bunde, eine weitere TL – 96 – Sting , D – MSJB, aufzusammeln, um gemeinsam nach Bremgarten, EDTG, zu fliegen.

unspecifiedBNQNP3DJ

Am Abend zuvor haben wir uns für den Süden Frankreichs entschieden, weil es die Wetterlage einfach nicht zuließ in eine andere Himmelsrichtung zu fliegen.

In knapp 3h haben wir Bremgarten erreicht, tanken, Kaffee, Kuchen (es gab dort eine Veranstaltung zugunsten krebskranker Kinder), Flugplan und ab über die Grenze nach Bourg, LFHS, nördlich von Lyon in einem knapp 2h Flug. Unser geplantes erstes Etappenziel war erreicht.

Der freundliche Türmer gab uns eine Hotel und Restaurant Empfehlung, hat das Taxi organisiert und wir haben den Abend in einem typisch französischen Lokal mit wirklich einheimischer Küche verbracht.

unspecified9RCN1W4O

Die vollgetankten Maschinen haben, ebenso wie wir eine ruhige Nacht, ohne Zwischenfälle verbracht, so dass wir am nächsten Morgen wieder starten konnten.

IMG_9582

Aber, unser Plan, Südfrankreich, wollte nicht ganz aufgehen. Das Wetter sagte ebenfalls in Südfrankreich bedeckten Himmel voraus und Richtung Alpen , Italien sollte es sogar regnen. Also haben wir uns weiter südlich orientiert und den spanischen Ort Ampuriabrava ausgesucht, der uns im letzten Jahr schon gut gefallen hat.

Wiederum mit einem Flugplan ging es dann, bei Traumwetter und Mistral Rückenwind durchs Rohnetal bis an die französischen Mittelmeer Küste bei Montepellier. Unser Top Guide Jochen, der die Formation, teils mit französich, überwiegend in englischer Sprache sicher und zielstrebig durch die vielen FIS Gebiete führte, war nach diesem Flug doch leicht erschöpft. Je südlicher und je mehr wir an die Küste und vor allem entlang der Küste flogen, desto häufiger wurden die Frequenzen gewechselt und umso tiefer mussten wir auch fliegen.

IMG_9670

Nach fast 3,5h, manchmal in nur 200ft über dem Strand (unter 500ft war Pflicht) und dazu noch von Böen gebeutelt, die uns um die Pyrenäen Ausläufer im Grenzgebiet Spanien / Frankreich erwischten, sind wir aber sicher, bei über 30°C in Amuriabrava, LEAP, gelandet.

unspecifiedNWXE5SG3

Nicht nur die Maschinen waren durstig, nein, auch wir konnten unseren Flüssigkeitshaushalt kaum noch ausgleichen……… es lebe San Miguel, Cerveza de Espania!!!

Das uns bekannte Hotel, mit Pool, liegt unmittelbar am Flugplatz. Wir haben dort das Angebot eines Abend Menues angenommen und haben den Fallschirmspringern von der Hotelterasse aus noch lange zugeschaut. Hier ist ein internationales Top Springer Zentrum beheimatet, wo die Springer in einem sehr interessanten Strömungskanal üben können. Der Kanal ist aus Glas und die Zuschauer können bei einer Tasse Kaffee den Springern in die Augen schauen, bei über 200km/h !!

Am nächsten Morgen, wie immer, Wetter und Briefing. Irgendwie fiel der Satz: „lass uns doch einfach mal nach Malle fliegen“……… gesagt, getan! Das Wetter dort, in den nächsten Tagen, top, also, Flugplan, wg. Wasserüberquerung und ab ging die Post.

Die Route führte uns noch etwa eine Stunde entlang der Küste bis L´loret und dann in einem 180° Kurs direkt zur Nordspitze der Insel Mallorca.

Mit der Schwimmweste bewaffnet trotzten wir dem 1,5h Flug nur über Wasser. Oben, blau, unten blau, links, rechts, alles blau, nur manchmal sah man halt zwei kleine UL´s die sich in etwa gleicher Höhe, 3500ft, durchs Blau schoben.
Was soll´s , wir haben doch eine Rettung!

IMG_9828

Mittags 12:04Uhr, Son Bonnet, LESB, Palma de Mallorca, drei UL´s aus Deutschland landen, wiederum bei Affenhitze, aber glücklich und zufrieden, nachdem sie eine herrliche Inselsightseeing Tour entlang der Nord und West Küste unternommen haben (über 3h Flug in Summe).

E6eO6q79aLjGcW6jfWpdrF0NqRTGhEK6MQmtFvYT3FE

unspecifiedWUSVVOMU unspecifiedZ6DWFU7M unspecifiedDA0740SV 

Hier, in der Inselhauptstadt Palma, haben wir zwei tolle Tage erlebt, mit lecker Essen, Altstadtbesichtigung, Yachthafen mit High Society, Jet Ski Fahren und einem super spanischen Flair. Palma ist eine Reise wert, nix Ballermann!

IMG_9779

Am Abflugtag, Donnerstag morgen, wurden wir alle etwas nachdenklich, als es um die Frage ging, wie und für wann planen wir den Heimflug. Der Wetterbericht zeigte große zusammenprallende Luftmassen über Frankreich und Deutschland, die uns einen gesicherten Heimflug fürs Wochenende unmöglich machen. Also im Marathon nach Süddeutschland und dann hoffen, dass wir am Freitag früh den Sprung nach Hause schaffen werden.

Also starteten wir bei bestem Flugwetter (nur etwas zu warm, 30°C gegen 11:00Uhr Ortszeit) mit einem schönen Rundflug um / über Mallorca, wieder Richtung Ampuriabrava, 1. Etappe, 2h04min! Landen, Tanken, starten, wieder Richtung Bourgh, 2.Etappe, 03h06min! Landen, Tanken, starten und weiter Richtung Freiburg, EDTF, 3. Etappe, 01h53min!

unspecifiedITNO0MAZ

Dieser Marathonritt mit 7h bei immer über 30°C war schon ein hartes Stück Arbeit. Die Maschinen haben im Schnitt 14l/h verbraucht und wir mindestens 1l/h. Bei der Landung in Freiburg, nach 20:00Uhr Ortszeit, waren es immer noch über 30°C und wir waren froh, nach einem leichten Abendessen, nur noch in unsere Betten zu fallen.

Der nächste Morgen, etwas Abkühlung, klarer, blauer Himmel, der Wetterbericht, keine Chance über die Höhenzüge des Westerwaldes, des Hunsrücks oder der Eifel zu kommen. Es sollten uns riesige Gewitterfronten entgegenkommen…………..

Trotzdem, Abflug Freiburg gegen 11:00 Uhr Ortszeit. Nach fast 1,5 h erreichten wir in Höhe Mainz unsere erste riesige Cumulonimbus Wolke, die uns in Mainz Finthen, EDFZ, zur Landung zwang.

unspecified8MS2M7V9

Das war auch gut so. Nachdem wir von den freundlichen Kollegen in Mainz sogar Hallenplätze zugewiesen bekommen haben, ging es auch schon los, Starkregen, Wind, Blitze, aber es hielt sich in Grenzen.

Jochen, hat sich sofort um die Bahnrückfahrt gekümmert. Er mußte wg. privater Angelegenheiten unbedingt nach Hause. Herbert und Guido haderten noch mit der Entscheidung, ggf. Nachmittags doch noch nach Hause zu fliegen.

Es gab einen Hauch von Chance, laut Wetterradar und den einigermaßen flugtauglichen Aussichten am Niederrhein, also unternahmen wir den gewagten Sprung Richtung Kamp Lintfort.

Die Sicht war perfekt, nach dem Durchzug des Gewitters, kaum Wind,  Start.
Doch dann näherten wir uns weiteren Regenfronten, tief hängenden Wolken und natürlich mußten wir dem “ ansteigenden Gelände“ folgen. 

Das war ein Fehler!

Und diesen Appell kann man nur allen Flugkollegen mit auf den Weg geben. Höhenzüge von Mittelgebirgen und einer solchen unkalkulierbaren, instabilen Wetterlage lassen u. U. keinen VFR Flug zu!!!

Wir sind nach weiteren, fast zwei Stunden abends gegen 18:30Uhr in EDLC , mit der Erkenntnis gelandet, solch ein Wagnis nicht mehr einzugehen.

unspecified966EMYFM unspecified4XLUFB1K unspecifiedCTCNAXMH

Die Formation , mit Ihren Piloten und Ihren Maschinen in Ampuriabrava!

 

Guido Lachmann