Segelflugausbildung

 

“Wer einmal im Segelflugzeug saß, hört nicht mehr auf zu Fliegen”


Beim Segelflug handelt es sich um lautloses, energiefreies Fliegen. Gestartet wird entweder an der Winde oder im Flugzeugschlepp, selten und  exklusiv ist der Eigenstart
Zur Zeit befinden sich ca. 25 aktive Segelflieger in der LSG Kamp-Lintfort. Geflogen wird immer samstags zwischen März und November von 9.30 Uhr bis Sonnenuntergang, wobei von den Fliegern erwartet wird, sich den ganzen Tag am Platz aufzuhalten, um den Vereinskameraden ebenfalls in die Luft zu verhelfen. Segelfliegen ist eben ein Gemeinschaftssport, der natürlich auch Teamgeist fördert. Nach dem Einräumen sitzen die Segelflieger meist noch beisammen, grillen und fachsimpeln.

Ausbildung

Jeder kann Pilot werden! Die Ausbildung kann zwischen 13 und 14 Jahren begonnen werden und sie dauert erfahrungsgemäß zwei bis drei Jahre. Die Ausbildung ist in theoretische und praktische Abschnitte geteilt.
Sinnvoll aufgebaute Ausbildungsabschnitte haben das Ziel, den Segelflieger als gleichberechtigten Partner im Luftraum seinen Sport ausüben zu lassen. Dazu ist die Segelflugausbildung in drei Abschnitte eingeteilt:
Der erste Abschnitt umfasst die Ausbildung zum ersten Alleinflug, wobei der Schüler das Fliegen in der Platzrunde bis zur sicheren Beherrschung übt (A-Prüfung). Je nach Flugschüler unterscheiden sich die Anzahl der Starts und Flugzeiten. Im Durchschnitt benötigt man bis zum ersten Alleinflug 50 bis 70 Starts. Der erste Alleinflug wird also meistens noch im ersten Jahr durchgeführt.
Im zweiten Abschnitt werden die fliegerischen Fähigkeiten vertieft, der Flugschüler lernt andere Flugzeugmuster fliegen und insbesondere das Auffinden von Thermik, um so stundenlang in der Luft bleiben zu können (B- und C-Prüfung).
Im dritten Ausbildungsabschnitt erlernt der Flugschüler, wie er einen Streckenflug vorbereitet und durchführt. Jetzt setzt der Flugschüler seine erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse ein und muss so seine Streckenflugreife mit einem Flug über 50 km, alternativ mit einem Flug über 100 km im Beisein eines Fluglehrers, beweisen.
Sobald der Flugschüler die Ausbildungsabschnitte erfolgreich durchlaufen hat, schließt er die Ausbildung mit einer praktischen und theoretischen behördlichen Prüfung ab. Nach Beendigung der Flugausbildung erhält der Flugschüler, jedoch frühestens mit Vollendung des 16. Lebensjahres, den Luftfahrerschein.
Der Segelflug bietet eine Palette an Möglichkeiten. Zum einen wäre da der Streckenflug, in dieser Disziplin versuchen die Piloten möglichst große Strecken mit möglichst hohen Geschwindigkeiten zu fliegen.
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Weite Strecken ohne Motor?
Ja! Unser Motor ist die “Thermik”. So wird aufsteigende Luft genannt. In diese aufsteigende Luft wird hinein geflogen, um, wie es die Vögel tun, in die Höhe zukreisen. Wer jetzt meint, so eine “Thermik” sei langweilig und das Kreisfliegen würde langweilig werden, dem empfehlen wie, einmal selbst mitzufliegen, denn Thermik kann alles andere als ruhig und sanft sein. Hinter den Aufwinden stecken immense Kräfte, welche uns an guten Tagen Steigwerte von 5 Metern in der Sekunde und mehr bescheren können.
Zum anderen wäre da auch noch der Kunstflug. Auch mit Segelflugzeugen wird Kunstflug betrieben.
….aber auch einfach mal fliegen, um den Ausblick von weit oben zu genießen, ist möglich.
Allein das mach schon viel Spaß!!
Segelflieger sind in der Regel vom Frühjahr bis zum Herbst an jedem Wochenende am Flugplatz zu sehen. Morgens stellen sich die Streckenflieger an den Start um die Thermik möglichst lange ausnutzen zu können. Während des ganzen Tages läuft dann der reguläre Schulungsbetrieb.
Bei uns ist also immer etwas los. Am Ende des Tages, wenn die Flugzeuge wieder in ihren Hallen stehen und alle Eintragungen in die Flugbücher gemacht worden sind, wird dann oft noch gegrillt und erzählt. Dabei freut man sich schon auf den nächsten Tag an dem man wieder in die Luft kommen wird………
Allerdings ist Segelflug kein reiner “Jugendsport”, wir bilden auch Schüler im nicht jugendlichen Alter aus !21_016